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Die Krypto-Steuer-Dauerschleife

In unserem letzten Krypto-Artikel wurde „Kryptowährungen handeln – so sieht das die Finanz“ in der einfachen Konzeption vorgestellt.

Wir erinnern uns: Für viele Trader ist ein Jahr zu warten zu langweilig. Die selbsternannten Crypto-Heroes brauchen den Thrill, deshalb kaufen sie Bitcoins und verkaufen diese, um andere Kryptowährungen anzuschaffen. Da wird in Ripple oder Dash umgewechselt. Kurz darauf in IOTA und in andere Währungen und so geht das eben weiter…

Wie sieht es nun mit der Versteuerung in Österreich aus?

(…..und auch in Deutschland läuft es ähnlich ab)

Jetzt geht es ans Eingemachte. Traden in der hier dargestellten Form bedeutet: Jeder Einkauf und Verkauf – und zwar zwischen den Kryptowährungen, egal, ob FIAT beansprucht wird oder nicht – löst einen eigenen Geschäftsfall aus, der – wenn er zu einem Tradinggewinn führt – steuerrelevant ist.

Trading ist der Einkunftsart „Gewerbliche Tätigkeit“ zuzuordnen. Alles, was „unterm Strich“ in einem Kalenderjahr zu einem Gesamtgewinn führt, unterliegt der Einkommensteuer. Gerade in Zeiten starker Schwankungen der Cryptos kann dies eine echte Challenge für Profi-Trader sein.

Wie hat sich der Markt entwickelt?

Die Grafiken mit Stand Mitte Februar 2018 zeigen ein sehr volatiles Bild:

Kurs Krypto

 

 

 

 

 

 

(Bildquelle: Liss Heller, Heller Consult)

Tradingergebnisse des Krypto-Testpiloten Simon

Im Januar 2017 wagte sich Testpilot Simon erstmals über Bitcoins. Er hatte von seiner Oma geerbt. Ca. 70.000 Euro. Das war für ihn die Gelegenheit, im Traden seine erworbenen Kenntnisse zu erproben. Simon leistete sich mit der Startinvestition übrigens auch eine Trading-Schulung um mehrere Tausend Euro.

Zuerst erwarb er insgesamt 35 BTC. Die kosteten zu Jahresbeginn noch ein Schnäppchen. Im ersten Halbjahr war Simon mit seinem Studium beschäftigt. Im Sommer ging er dann an die Sache ernsthafter heran. Ripple war für ihn nicht so erfolgreich, aber bei IOTA konnte er günstig einkaufen und einen echten Schnitt machen. Und auch bei Cardano jubelte er. Kurz gefasst: Insgesamt erwirtschaftete er 404.573,64 Euro.

(Bildquelle: Liss Heller, Heller Consult)

Einkommensteuer und Trading

Für die Einkommensteuer (des Jahres 2017) wird er im Laufe des Jahres 2018 rund 190.000 Euro hinblättern müssen.

Aber wie sieht sein Portfolio im Februar 2018 aus: Am 12.02.2018 stand dieses nur mehr bei 251.860,00 Euro; Simon hatte zudem 96.345,35 Euro entnommen. Und sich das eine oder andere geleistet. Unter anderem eine großartige Reisen nach Südostasien und ein tolles Bike, seinen Traum, seit er 16 war.

Von dem ganzen enormen Gewinn sind daher nur mehr rund 155.000 Euro verfügbar – das wird sich für die Steuer 2017 gerade nicht ausgehen.

Und die Moral von der Gschicht‘:

In Österreich gibt es zwar einen Verlust-, aber keinen Gewinn-Vortrag. Wenn in einem Jahr ein Gewinn gemacht wird, ist dieser zu versteuern – auch wenn absehbar oder bereits bekannt ist, dass im Folgejahr daraus ein Verlust entstehen wird; und diese bereits bezahlte Steuer kann nicht zurückverlangt, sondern nur mit Gewinnen aus den Folgejahren (via Verlustvortrag) verrechnet werden. Wenn alles gut geht, wird also (hoffentlich) die zuviel bezahlte Steuer wieder lukriert – aber nur, wenn der durch die Zahlung verursachte Liquiditätsverlust noch nicht zu einer Pleite geführt und die wirtschaftliche Existenz vernichtet hat!

Simon denkt, es wird mir ja niemand draufkommen. „Cryptos sind doch mehr oder weniger anonym und ich bin steuerlich ein U-Boot. Das Finanzamt wird mir nicht auf die Schliche kommen. Ich hab ja auch nicht mit meinen Gewinnen geprahlt. Nur meine Freundin weiß davon.“ So denken leider einige unserer Klienten und Klientinnen: Trader, Miner, Krypto-Investoren.

Richtig ist vielmehr: die Finanz kommt viel später auf Dich zu, wenn Du es gar nicht mehr erwartest. Das Finanzamt hat immer Zeit!

Horror-Meldung aus den Staaten

Wie sehr der Staat auf Informationen über Kunden von Bitcoin-Börsen zugreifen kann und wird, zeigt eine kürzlich verlautbarte Schockmeldung:

Die Bitcoin-Börse Coinbase beugt sich einem Gerichtsbeschluss, Kontendaten offenzulegen. Coinbase wird in den nächsten paar Wochen Daten von circa 13.000 Kunden der Steuerbehörde aushändigen. Blöd gelaufen? Das US-Finanzamt hatte festgestellt, dass viel zu wenige Anleger ihre Einkünfte aus Kryptowährungen versteuerten. Richterin Jacqueline Scott Corley ordnete im November 2017 an, der Steuerbehörde die Namen, Adressen und Steuernummern aller Nutzer in den USA vorzulegen, die zwischen 2012 und 2015 eine Bitcoin-Transaktion im Gegenwert von mindestens 20.000 Dollar durchgeführt hatten.

Dass die deutsche oder österreichische Finanz einen ähnlichen Zugang zu Börsen von Bitcoin-Geschäften sucht, ist aufgelegt.

Im Fall von Simon, unserem BTC-Beispiel, ist Warten angesagt: denn aus derzeitiger Sicht – Stand Februar 2018 – reicht sein Krypto-Gegenwert für die Steuer 2017 nicht aus. Er kann nur hoffen, dass seine Assets im Wert wieder ansteigen.

Unser Tipp

Suchen Sie sich einen Steuerberater, der für Sie die Steuererklärungen 2017 professionell erstellt, der sich bei Kryptowährungen gut auskennt. Im Normalfall müssen Sie bis zum Mai 2018 die Erklärungen beim Finanzamt abgeben. Wenn Sie durch einen Steuerberater vertreten sind, kann dieser für Sie die Frist bis Anfang 2019 verlängern.

Also seien Sie vernünftig. Verheimlichen Sie nichts. Es reicht schon das Risiko bei den Cryptos, da muss man nicht noch eines drauflegen – das der Steuer.

Sie haben noch weitere Fragen?

Gerne gehen wir diese mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch durch. Dabei stellen Sie mit uns die verschiedenen Szenarien zusammen, um aus einem Bouquet an Varianten die für Sie Beste zu wählen. Schicken Sie uns doch ein Mail an crypto@hellerconsult.com  und vereinbaren Sie ein kostenloses 15-minütiges Telefongespräch.

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