Welche Lebensläufe gut ankommen…beim Personaler und auch so!

Im letzten Beitrag hat Gastautorin Alena Friedrich, Managing Consultant der Personal- und Internationalisierungsberatung Sergey Frank International auf 1+5 Lebenslaufmythen hingewiesen und beschrieben, wie Sie diese durchbrechen können.

In ihrem neuesten Blogbeitrag geht es darum, wie ein ansprechender CV aussieht und welche Lebensläufe bei Personalern hohe Erfolgschancen haben.

Stellenanzeige: Analyse, Analyse, Analyse

Nicht nur im Marketing heißt es „content is king“, auch beim CV ist der Inhalt das Wichtigste.

Fachliche Erfahrung und Qualifikation müssen sich mit dem Stellenprofil decken.

Bevor Sie also Ihren Lebenslauf verfassen oder aktualisieren, sollten Sie die Stellenanzeige genau durchlesen und prüfen:

  • In welchem Bereich ist die unbesetzte Stelle angesiedelt – Vertrieb, Marketing, Finanzbereich oder Produktion?
  • Welche Branchenkenntnisse sind gefragt und werden bestimmte fachspezifische Kenntnisse vorausgesetzt?
  • Sollte man bereits in einem bestimmten Auslandsmarkt gearbeitet haben?
  • Ist Führungserfahrung gewünscht?
  • Ist die Position mit Reisetätigkeit verbunden?

Deckungsgleichheit

Im nächsten Schritt sollten Sie überlegen, inwiefern sich die oben aufgezählten Anforderungen mit Ihren Kenntnissen decken. Wenn das passt: Gratulation. Wenn nicht sind die Chancen wenig aussichtsreich, wie Sie an folgenden Beispielen erkennen können:

  • Das  ausschreibende Unternehmen wünscht sich Erfahrung im technischen Sektor und Sie waren bisher nur im Konsumgüterbereich tätig.
  • Ebenfalls schwierig, wenn Sie sich auf eine Finanzposition bewerben, allerdings bisher nur als reiner Vertriebler gearbeitet haben.
  • Unvorteilhaft auch ist es keine Erfahrung im IT-Bereich mit in einer bestimmten Programmiersprache zu haben.

Der mystische Quereinstieg – Gibt es ihn wirklich?

Selten aber doch gibt es Fälle, in denen Kandidaten aus anderen Branchen kamen und einfach quer einsteigen konnten. Bei attraktiven Stellen (z.B.: Führungspositionen bei renommierten Unternehmen) gibt es eine sehr hohe Anzahl an Bewerbern, nur ist die Aussicht auf Erfolg für Quereinsteiger in diesem Fall gering und relativ unwahrscheinlich.

Erfolgversprechender könnte eine Position sein,  bei der mit weniger Bewerbern  zu rechnen ist. Zum Beispiel bei einem (noch) unbekannten Unternehmen oder an einem ländlichen Standort. Versuchen Sie aber nicht, Ihren Lebenslauf „schön zu schreiben“ und künstlich anzupassen. Gehen Sie in einem kurzen und aussagekräftigen Anschreiben auf den Quereinstieg ein und begründen Sie, warum Sie sich  in dieser Position sehen.

Tipps fürs Lebenslaufschreiben

Ein kleiner Blick anfangs in den letzten Blogartikel zu Lebenslaufmythen wird Ihnen schnell ins Gedächtnis ruf: Gut und schnell lesbar sowie nur mit den relevantesten Informationen bestückt sollte Ihr Lebenslauf sein. Anfangs braucht es eine klare Struktur, aus der sich sofort das Unternehmen, die Funktion und der Beschäftigungszeitraum ablesen lassen.

Wichtig ist ebenfalls, genau zu beschreiben, was die einzelnen Aufgaben innerhalb der Tätigkeit waren und welche Erfolge, wie etwa Umsatzsteigerung, Produktivitätssteigerung, State-of-the-Art-Technologien im IT-Bereich, etc. Sie möglicherweise mitbringen.

Keywords braucht man nicht nur bei Google

Bei der detaillierten Tätigkeitsbeschreibung empfiehlt es sich, Schlüsselwörter, die sich am Anforderungsprofil orientieren, zu benutzen. Personalverantwortliche suchen tatsächlich,  in einem ersten Sondierungsschritt einen CV, nach eben solchen Schlüsselwörtern ab. Daher sollten die wichtigsten Informationen schnell greifbar sein: Schauen Sie, welche Anforderungen gefragt sind und benennen Sie diese.

Ein paar Beispiele

  • internationale Erfahrung ist erwünscht – benutzen Sie das Wort „international“ und zählen Sie, Sie Märkten auf, in denen Sie bereits tätig waren.
  • Führungserfahrung ist gefragt – bauen Sie Begriffe wie „Führung“, „Personalverantwortung“ oder gleiches ein. Erwähnen Sie gegebenenfalls auch, ob und wie viele Mitarbeiter Ihnen unterstellt waren.

Für jede Vakanz ein eigner CV

Da jedes Unternehmen andere Anforderungen hat, sollten Sie Ihren Lebenslauf immer daran anpassen, selbst wenn es sich um dieselbe Positionsbezeichnung handelt. Beispielsweise kann die Rolle des Geschäftsführers sehr unterschiedlich ausgelegt sein. So kann der eine Geschäftsführer stärker im Vertrieb tätig sein, wohingegen der andere seinen Schwerpunkt in der Finanzadministration hat. Ein „One-fits-all“-CV ist selten erfolgreich.

Alles muss rein?

Manche Bewerber möchten gern mit all ihrer gesammelten Erfahrung auftrumpfen. Sie erwähnen daher auch jedes einzelne Praktikum  oder welche Spezialisierung sie während ihrer Schulzeit hatten. Dennoch sollten Sie nur relevant Dinge für die Bewerbung erwähen. Ein Praktikum im Tierheim ist sehr lobenswert, allerdings wenn Sie sich bei einem Automobilzulieferer bewerben, muss dies nicht zwangsläufig kommuniziert werden.

TMI – too much information?

Wenn Sie bereits auf eine langjährige Karriere zurückblicken, möchten natürlich Sie viel von Ihrem Erfahrungsschatz preisgeben. Länger als 3 Seiten sollte der CV nicht sein. Als Faustregel gilt: Je länger etwas zurückliegt, umso irrelevanter wird es für den Personaler. Also sollten Sie Ihre ersten Positionen kurz und bündig halten. Es bringt  wenig, wenn Sie vor 15 Jahren zuletzt aktiv im Marketing tätig waren und sich jetzt als Marketingleiter bewerben möchten.

Anschreiben – ja oder nein?

Wird  das im Stelleninserat verlangt? In den meisten Fällen ist ein kurzes Anschreiben hilfreich, da es Informationen preisgibt, die so explizit aus dem Lebenslauf nicht erkennbar sind, wie etwa  Umzugs- oder Reisebereitschaft. Oftmals  wünschen sich Unternehmen zudem die Angabe Ihres frühesten Eintrittsdatums und Ihrer Gehaltsvorstellungen. Beim Thema Gehalt sollten  Sie Ihre letzte Vergütung als Basis nehmen. Es obliegt Ihnen, ob Sie diesen Rahmen in einer neuen Anstellung anstreben oder ob eine finanzielle Verbesserung gewünscht wird. Bleiben Sie aber realistisch. Beziehen Sie Aufgabenbereich, Unternehmensgröße und Standort in Ihre Beurteilung mit ein.

Kontaktdaten nicht vergessen!

Was leider immer noch vergessen wird, sind die Basisangaben im Lebenslauf, sprich die Wohnadresse, die (private!) Email-Adresse und eine (private!) Mobilfunknummer. Bei internationalen Positionen ist auch die Angabe einer Skype-ID gerne gesehen. Immer noch üblich ist das Geburtsdatum anzugeben. Zwar ist es keine Pflicht, der kann aber  Personaler schnell skeptisch werden, wenn es weggelassen wird. Was Sie weglassen können, sind Angaben zu Ihren Eltern und auch zu Ihren Kindern.

Don’t take it personal!

Ein gut geschriebener Lebenslauf ist das A&O für jede erfolgreiche Bewerbung. Daher sollten Sie auf jeden Fall ein wenig Arbeit investieren. Falls Sie trotz Ihres ausgefeilten CVs eine Absage bekommen: Nehmen Sie diese nicht persönlich. Die Anforderungsprofile von Unternehmen sind mitunter sehr spezifisch und man hat dort eventuell ganz genaue Vorstellungen von dem, wie der ideale Kandidat auszusehen hat. Meistens haben Ihre Erfahrungen einfach nicht ganz auf das  ausgeschriebene Profil gepasst. Dies soll Sie aber nicht davon abhalten, dass  Sie sich für eine andere interessante Stelle  bewerben. Vermeiden Sie nur, sich auf jede freie Stelle zu bewerben, ob sie passt oder nicht. Das wirkt  unglaubhaft.

Vorschau: Im nächsten Gastbeitrag von Alena Friedrich geht es dann um das Bewerbungsgespräch: Was muss ich aus Personalersicht beachten, was sind typische Faux-pas?

Über die Autorin

Sergey Frank International

Alena Friedrich

Alena Friedrich begleitet als Managing Consultant bei Sergey Frank International seit mehreren Jahren erfolgreich die strategisch sensible Recherche und Auswahl des passgenauen Management- und Fachpersonals für namhafte mittelständische Unternehmen, die ein Auslandsgeschäft betreiben oder den Markteintritt im Ausland planen. Schwerpunktmäßig im Bereich Executive Search tätig, unterstützt sie Klienten bei der Besetzung anspruchsvoller Fach- und Führungspositionen und begleitet sie bei Kandidatenpräsentationen. Von der Recherche bis nach der Vertragsunterzeichnung berät und betreut sie Klienten und Kandidaten intensiv.

Sie haben Interesse an der Internationalisierung Ihres Unternehmens? Auf der offiziellen Sergey Frank International Website erfahren Sie mehr.

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